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Das Satzmuster macht Anforderungen schwer lesbar

Beobachtungoffengefunden 1. Oktober 2026

Betrifft
UMS.1.2
Nachprüfbar an
Grundschutz++-resolved_catalog.json

Jede Anforderung im Katalog folgt demselben Satzbau:

[Praktikname] MUSS/SOLLTE/KANN [Verbphrase]

Der Praktikname ist dabei grammatisches Subjekt. Das trägt, solange er sich als Handelnder lesen lässt — „Notfallplanung SOLLTE die Datensicherung getrennt von den Originaldaten platzieren” ist verständlich. Es kippt, sobald der Name ein Vorgang ist:

UMS.1.2 — „Umsetzung SOLLTE das bestehende Restrisiko durch die nicht umgesetzten Anforderungen festlegen.”

„Umsetzung” ist kein Handelnder. Der Satz hat ein Subjekt, das nichts tun kann, und liest sich entsprechend.

Das ist kein Einzelfall und kein Redaktionsversehen, sondern eine Folge der Katalogstruktur: Praktiken sind die oberste Gliederungsebene, und die Anforderungssätze erben ihren Namen als Subjekt. Betroffen sind damit alle 1.000 Anforderungen — mal auffällig, mal nicht.

Für maschinelle Verarbeitung ist das unerheblich und vermutlich sogar hilfreich, weil es die Zuordnung Anforderung → Praktik im Satz selbst trägt. Für Menschen ist es die Stelle, an der ein ansonsten präziser Katalog umständlich wirkt.

Diese Seite gibt Anforderungssätze unverändert wieder. Umformulieren wäre falsch: Der Wortlaut ist normativ, und eine Aufbereitung, die ihn glättet, wäre nicht mehr zitierfähig gegen das Original.

Konsequenz ist stattdessen eine redaktionelle: Das Beispiel auf der Startseite zeigt bewusst eine Anforderung, an der das Muster nicht stört. Wer hier liest und dabei über einen Satz stolpert, findet die Ursache nun hier statt sie für einen Fehler dieser Aufbereitung zu halten.